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Baugeschichte Dreifaltigkeitskirche

Die Kirche nach dem Wiederaufbau 1955
Die Kirche nach dem Wiederaufbau 1955

Dreifaltigkeitskirche
Ecke Zollern- und Herzogstraße
52070 Aachen




Die Dreifaltigkeitskirche feierte im Jahre 1999 ihren 100. Geburtstag. Nur 600 Schritte von der 1896 eingeweihten Christuskirche der Gemeinde Aachen entfernt gelegen, wurde sie von 1891 bis 1899 als Kirche der Gemeinde Burtscheid errichtet. Gestaltet hat „Drei-F“, wie die Kirche heute auch gerne genannt wird, Architekt Heinrich Reinhardt aus Berlin. Über dem Hauptportal erhebt sich der Turm, in der Achse das dreijochige Kirchenschiff mit Satteldach und einer Altarraum-Apsis mit anschließender Sakristei. Für den Sockel wurde Basalt, für die Hausteile Kohlensandstein verwendet.

Im Innern der Kirche befinden sich seitliche Emporen, über dem Eingang die Orgelempore. Die Emporenbrüstung war vor dem Krieg aus Stein und gab neben den wuchtigen Steinsäulen dem Innern ein gedrungenes Gepräge. Dazu passte das Steingewölbe, ein sogenanntes „Scheingewölbe“. Die Kirche hatte rund 1000 Sitzplätze, über 840 Sitzplätze unten, knapp 200 auf den Emporen. Dem Zeitgeschmack entsprechend waren auch die Fensterrosetten aus Stein.


Das Innere der Kirche in seiner ursprünglichen Gestaltung
Das Innere der Kirche in seiner ursprünglichen Gestaltung

In der Nacht zum 14. Juli 1944 wurden die Kirche sowie das angrenzende Pfarr- und Gemeindehaus durch Bomben zerstört. Lediglich der Turm und die Umfassungsmauer blieben stehen. Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1954/55 nach Empfehlungen von Professor Bartning und nach Plänen von Architekt Balduin Leo von Schwartzenberg aus Aachen wiederhergestellt und am 23. Juli 1955 eingeweiht. Das Pfarrhaus wurde nicht wieder aufgebaut.

Von den ursprünglichen, durch die Firma Rincker 1899 aufgehängten fünf Glocken mussten in beiden Weltkriegen je zwei Glocken abgeliefert werden. Die erhalten gebliebene »fis«-Glocke wurde 1955 durch drei Glocken mit der Stimmung dis, gis und ais wieder von der Glockengießerei Rincker ergänzt.


Grundsteinlegung 1899
Grundsteinlegung 1899

Die erste Orgel war mit pneumatischer Traktur und 24 Registern ausgestattet und wurde von der Firma Walker gebaut. Zunächst wurde dann eine Orgel der Firma Stahlhut mit 22 Registern eingebaut, 1987 erhielt die Kirche eine Klais-Orgel mit 44 Registern und über 3000 Pfeifen in vier Klangkörpern.

Die an der Längsseite des Kirchenschiffes in der Herzogstraße aufgestellten Grabsteine stammen vom abgeräumten alten Friedhof an der ehemaligen, ebenfalls abgerissenen evangelischen Kirche in der Hauptstraße in Burtscheid.

Text: Hans-Joachim Bertling/ASK


login impressum Letzte Änderung am: 10.11.2005 18:35     Verantwortlich: cs drucken