Offiziell verabschiedet wurde Pfarrer Erich Hellenthal Anfang März in einem feierlichen Gottesdienst, der nochmals die Beliebheit des unkonventionellen Seelsorgers verdeutlichte. Mit Ende März ist er offiziell im Ruhestand.
Im Jahr 1994 kam Erich Hellenthal in die Gemeinde nach Aachen. Den Gemeindebezirk der Christuskirche in Haaren hat er seither mit dem, was er „Erfahrungstheologie" nennt, nicht unmaßgeblich geprägt und ihm ein besonderes spirituelles Profil verliehen.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet eine ungewöhnliche Berufsbiographie. Geboren wurde Erich Hellenthal nämlich 1944 in einer katholischen Familie in Recklinghausen. Schon als kleiner Junge habe ihn die Begegnung mit Menschen interessiert, erinnert er sich. Konsequent lautete der erste Berufswunsch Missionar. Nach der mittleren Reife arbeitete Hellenthal aber zunächst bei der Post im Schalterdienst, ehe er das erzbischöfliche Aufbaugymnasium besuchte und ins Zisterzienser-Kloster Langwaden bei Grevenbroich eintrat. Nach einem Theologiestudium in Fribourg in der Schweiz folgte die Weihe zum katholischen Priester. Eine junge Frau, die er bei Einkehrtagen kennengelernt hatte, änderte dann das Leben von Erich Hellenthal. Die nachfolgende Trennung von der katholischen Kirche Mitte der Achtziger Jahre bezeichnet er selbst als „inneren Gewaltakt".
Mit seiner Frau gründete er eine Familie. Hellenthal ist heute Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern, zwei Söhnen und einer Tochter.
Zwischenzeitlich arbeitete Erich Hellenthal nochmals fünf Jahre im Rechenzentrum der Postbank, ehe ihm endgültig klar wurde, dass die Seelsorge seine Berufung ist und er in den Pfarrdienst der evangelischen Kirche wechselte. Es folgten neuerlich theologische Prüfungen, ein Vikariat in der Düsseldorfer Jakobuskirche, bevor er schließlich seinen Dienst in Aachen antrat. In jüngster Zeit waren zudem Ökumene, die Kirchenmusik sowie der Erhalt der Christuskirche und die Einbindung der Kirchengemeinde Eilendorf Schwerpunkte seines Wirkens.